Urangst

Bevor wir die verheerenden Folgen der Kombination aus dem Gehirnzwang mit der Urangst und dem Minderwertigkeitskomplex für uns Menschen näher betrachten, müssen wir uns noch zwei sehr wichtige Naturphänomene anschauen: "Systemzustand" (abgekürzt mit S) und "Energieminimierungstendenz" (abgekürzt mit Emin).

Systemzustand (S) beschreibt, einfach gesagt, den jeweiligen physikalischen Zustand eines vorgegebenen geschlossenen Systems: Man stelle sich einen Schuhkarton mit Deckel vor; mit einer Schiebevorrichtung sei dieser Karton in zwei Hälften geteilt; in der einen Hälfte befinde sich irgendein Gas (z.B. Luft), die andere Hälfte sei leer; in diesem Augenblick können wir den gesamten Systemzustand des Kartons mit (S1) beschreiben. Nun ziehen wir die Trennwand heraus, warten ein wenig und überlegen, was in dem immer noch geschlossenen Karton passiert. Klar, das Gas wird sich in dem gesamten Karton gleichmäßig ausdehnen. Diesen Systemzustand beschreiben wir, ähnlich wie eben, mit (S2). Solange der Schuhkarton geschlossen bleibt und sich nichts von außen einmischt, wird man immer folgendes feststellen: (S2) wird immer größer sein als (S1) - nicht nur wegen des größeren Gas-Volumens! Man kann dieses Ereignis anschaulich als "Raumausfüllung", Raumbelegung oder Raumeinnahme bezeichnen.

Diese Erscheinung, die Raumausfüllung, beobachtet man im gesamten uns bekannten Universum, somit natürlich auch auf unserem Planeten - solange es sich um ein geschlossenes System handelt. Man kann nämlich ohne weiteres das ganze Universum als ein geschlossenes System ansehen - ein ziemlich großer Schuhkarton mit Deckel eben! D.h. im Klartext, dass Materie immer den gesamten vorhandenen Raum ausfüllen "will", unabhängig davon, ob sie fest, flüssig oder gasförmig ist - unter bestimmten Bedingungen (Geschlossenheit des Raumes ohne äußeren Einfluss) scheint die Raumeinnahme ein allgemein gültiges Prinzip der Natur zu sein!

Eine verblüffend ähnliche Tendenz beobachtet man täglich vor allem in der gesamten belebten Natur unserer Erde: Alles Lebendige ist eifrig dabei, sich zu vermehren und den zur Verfügung stehenden Raum auszufüllen! Dahinter steckt natürlich der Evolutionsdruck, der unaufhörlich dafür sorgt, dass ständig neue Generationen erzeugt werden - "seid fruchtbar und mehret euch"! Dieser biblische Appell wäre eigentlich nicht nötig gewesen; die Natur sorgt schon reichlich selbst dafür! Der "Vermehrungstrieb" ist nicht zufällig der stärkste unter allen anderen Trieben und wird sogar von ihnen ausdrücklich unterstützt - Hungertrieb, Jagdtrieb, Fluchttrieb, usw., usw., Arterhaltungstrieb eben!

Wir wollen hier nur folgendes festhalten: Größtmöglicher Systemzustand (Smax) bzw. maximale Raumbelegung scheint aus der Sicht der Natur erstrebenswert!

Kommen wir nun zu dem nächsten sehr wichtigen Naturphänomen: Die Energieminimierungstendenz (Emin)!

Energie ist nichts anderes als die Arbeitsfähigkeit der Materie! D.h. ohne Materie keine Energie! Jeder kennt es aus eigener Erfahrung: Wenn wir keine Energie in uns spüren, so richtig ausgelaugt und leer sind, dann wird es mit der Arbeit auch nichts....

Man denke sich einfach eine schiefe Ebene, mit einem Ball auf der höher stehenden Kante. Was geschieht, wenn man den Ball los lässt? Logisch, er rollt nach unten! D.h., auf sich allein gestellt, ohne menschliches Einmischen, gehorcht der Ball dem Naturgesetz (hier: der Erdanziehung) und wechselt seine Lage von der höheren zur niedrigeren Position. Oben hatte er eine höhere Energie (größere Arbeitsfähigkeit), also muss er zu dem niedrigeren Niveau hinunter - Energieminimierungstendenz (Emin) !

Dieses Prinzip, so einfach es auch erscheinen mag, beherrscht ALLES und ist AUSNAHMSLOS ÜBERALL UND IN JEDER LEBENSLAGE GÜLTIG !

Wenn wir Hunger haben, befinden wir uns auf einem (Emax)-Niveau und müssen so schnell wie möglich versuchen, den (Emin)-Zustand zu erreichen - hier praktischerweise, indem wir essen! Wenn wir mit ruhigem Gewissen faulenzen, fühlen wir uns gut (Emin) - daran muss nichts geändert werden. Stress (Emax) ist große Scheiße - muss sofort abgebaut werden und (Emin) erreichen. Lieben (Emin) ist sehr gut, geliebt werden noch besser (Emin.min) - dürfen ewig so bleiben! Wenn wir Angst haben (Emax), müssen wir unbedingt davon loskommen, um (Emin) bzw. hier Angstfreiheit zu erzielen - in diesem Fall hilft uns am besten unser Verstand, aber vollgestopft mit WISSEN bzw. ERKENNTNIS ! Wer viel weiß, hat weniger Angst und kein Bedürfnis nach schwachsinnigen Spinnereien ! Diese simple Tatsache ist der Hauptgrund, warum wir z.B. vor der Dunkelheit oder dem Fremden im Allgemeinen Angst haben: In der Dunkelheit sehen wir schlecht oder gar nichts, wir wissen nicht, was auf uns zukommen oder uns zustoßen könnte; wenn wir dazu auch noch irgendwelche uns unbekannten Geräusche hören, dann brennt unsere Phantasie mit uns durch - das Resultat ist Angst! Was uns fremd ist, ob Menschen oder Örtlichkeiten, erzeugt in uns solange Angst, bis wir über die Sachlage mehr Informationen erhalten bzw. haben. Dieses Verhalten kennt man u.a. auch von Haustieren, wenn sie vorübergehend in eine ihnen fremde Umgebung gebracht werden: Es wird erst einmal zögerlich (womöglich auch ängstlich) die neue Umwelt gründlich erkundet, erst dann fühlen die Tiere sich wieder entspannt (d.h. angstfrei).

Unseren gesamten emotionalen Haushalt, vom nackten Hass bis zur tiefsten Liebe, können wir als ein einziges hin- und herpendeln zwischen Emax-Zustand (alle negativen Emotionen) und Emin-Niveau (alle positiven Gefühle) beschreiben - ob diese Betrachtung romantisch ist oder nicht, soll im Moment dahin gestellt sein! Aber, wenn man sich klar macht, dass sämtliche Emotionen (Gefühle) nichts anderes sind als bio-physikalisch-chemische Abläufe in unserem Gehirn und Nervensystem, und dabei nur die Elemente aus dem Periodensystem (s. Tabelle 1 bzw. 2) überhaupt eine Rolle spielen, dann begreift man wahrscheinlich, wozu die "wahnsinnigen" Kombinationen aus leblosen Bausteinen des Lebendigen alles imstande sind! Und selbstverständlich müssen sie als Materie auch den Naturgesetzen gehorchen - vom Emax weg zum Emin! Somit unterliegt alles Lebendige, mit all seinen Facetten, genauso diesem Prinzip wie die leblose Natur auch.

Es ist kein Zufall, dass sich zu dem Vermehrungsdrang (Smax der Lebewesen) auch die Angst gesellt hat! Es ist eine widerwärtig perverse Einrichtung der Natur, dass zumindest alle Tiere Angst haben müssen, um ja die Arterhaltung zu gewährleisten! Allein diese Tatsache ist ein Beleg dafür, dass hinter unserer "Schöpfung" niemals ein gütiger und warmherziger "Gott" stecken kann. "Er" wäre ohne Angst ausgekommen! Wer sein Ziel durch Erzeugung von Angst und/oder Schmerz bei den Betroffenen erreichen möchte, nennt man bekanntlich einen Sadisten! Ist also der angebliche "Schöpfer" sadistisch veranlagt oder vielleicht bloß ein Azubi, der es nicht besser konnte?...

Ob die Pflanzen generell auch diesen ekelhaften Zustand der Angst ertragen müssen, ist unbekannt - es gibt kontroverse Gedanken darüber. Was auch immer, wie angenehm könnten wir Tiere alle leben, einfach dahin existieren und uns wahrscheinlich munter "sinnlos" vermehren, wenn wir nicht ständig Angst um unsere Existenz hätten....

Eine weitere sadistische Seite dieser Existenz ist die enorm wichtige BINDUNG, die vor allem die höheren Säugetiere und somit auch insbesondere uns Menschen betrifft. Schon im Mutterleib wird die Bindung zwischen zwei Lebewesen aufgebaut (sog. Ur-Wir) und nach der Geburt auf andere, nahestehende Personen ausgedehnt. Eine lebenslange Verstärkung der familiären Bindungen ist jedem von uns bekannt. Zu dem anfänglich nur verwandtschaftlichen Kreis kommen im Laufe des Lebens auch noch diverse Freundschaften hinzu. Wehe, verlieren wir eine der Bindungspersonen durch deren Tod! Es geht uns miserabel, (Emax)! Es ist eine Sauerei, was die Natur mit uns Betroffenen macht! Nur um die blöde Arterhaltung zu gewährleisten, wird eine in der Regel den Einzelnen unterstützende Bindungsarmada aufgebaut, um dann im Todesaugenblick den Hinterbliebenen mit seinem großen Leid überfordert und erschüttert doch allein zurückzulassen! Dahinter steckt beim besten Willen kein "göttlicher" Plan! Es ist zwar kindisch rührend, wie uns seit Jahrtausenden all die etablierten Phantasien über den Tatbestand des Todes vergeblich zu trösten versuchen, aber eine echte "Erlösung" oder sogar eine Erleichterung haben sie nie fertig gebracht! Märchen bleibt eben Märchen! Auch Freunde haben in solchen Momenten nur eine sehr blasse Trostfunktion. Das Einzige, was uns helfen wird, ist die knallharte und wertfreie Realität der Natur, die wir trotz unseres erbsengroßen Verstandes endlich als die einzige und wahrhaftige uns bewusst machen, begreifen müssen! Nichtsdestotrotz, wenn ich z.B. an die Jagdszenen von Löwen denke, wird es mir kotzübel, anzusehen, wie das Beutetier mit weit geöffneten, angstvollen Augen um sein Leben rennt. Umso grausamer wird das Szenario, wenn ein Muttertier sich ansehen muss, wie sein Junges zerrissen wird! Da soll ein "Gott" dahinter stecken? Lachhaft!

Seitdem wir mit diesem Mini-Verstand mehr oder weniger holprig durch das Leben wandern, bereitet uns diese ekelhafte Angst große Probleme! Wir sind die ersten Lebewesen auf diesem Planeten, die das Ende der Existenz (den Tod) noch zu unseren Lebzeiten bewusst wahrnehmen. Und da die einzige Funktion der Angst den (frühen) Tod zu vermeiden ist, führt dieses Bewusstsein zu den vielfältigsten bekannten Absurditäten der Menschheit. Die Angst zermürbt uns alle unser ganzes Leben lang und verwirrt außerordentlich extrem unseren noch "zarten" Verstand ! Es sei denn, wir durchschauen dieses höchst primitive Spielchen der Natur mit uns und lassen uns das bisschen Freude an diesem seltsamen Leben doch nicht ganz verderben! Ja, sogar diese dämliche Angst vor dem Tod (URANGST, EXISTENZANGST) können wir sehr gut zügeln, vielleicht sogar überwinden, wenn wir unseren erbsengroßen Verstand besser auftanken: mit WISSEN oder, besser gesagt, mit wahrhaftiger ERKENNTNIS über uns selbst und unseren Platz in der Natur!

Als allerwichtigste Erkenntnis müssen wir uns endlich klar machen, dass der Mensch nicht der "Mittelpunkt", schon gar nicht das Ziel der Evolution ist ! Von wegen "Krone der Schöpfung" oder "Gottes Ebenbild"! Wenn wir ein für allemal begreifen, dass der Mensch nicht mehr und nicht weniger wert ist als ein Einzeller und auf diesem Planeten genau die gleiche und einzige "Verpflichtung" als Lebewesen hat wie alle anderen Pflanzen, Tiere, Mikroben und Pilze - nämlich sich zu vermehren, dann haben wir zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Chance, sogar auch diese Urangst für immer zu überwinden! Die wahrhaftige Bescheidenheit, angereichert mit Erkenntnis, die sich ohnehin gegenseitig bedingen und ergänzen, wird uns letztendlich zur erheblichen Angstminderung und vor allem zur Kontrolle der frei flottierenden (unbewussten) verdammten Angst in uns führen! Menschen, die daher schwatzen, sie hätten keine Angst vor gar nichts, kann man nur bedauern: Sie haben nicht einmal sich selbst verstanden, geschweige denn, was Angst überhaupt ist und wozu sie dient.

Um diesen Abschnitt abzurunden, betrachten wir zum Schluss die merkwürdige Evolution selbst als solche. Wie bereits oben erwähnt, funktioniert die Evolution aller Lebewesen (d.h. die Produktion der vielfältigsten Arten) unter einem seltsamen Zwang! Der Antrieb zu diesem Zwang ist nichts anderes als der besprochene Emin-Drang, dem alles im ganzen Universum ausnahmslos unterliegt. Warum das so ist, weiß kein Mensch, aber es ist nun einmal so, wie es ist - auch wenn manch ein unverbesserlicher Klugscheißer es doch zu wissen träumt! Es wird immer wieder vergessen, besser gesagt verdrängt, dass unser Mini-Verstand noch nicht in der Lage ist, alles restlos zu erklären ! Wir sollten froh sein, dass wir überhaupt etwas kapieren und ein bisschen durchschauen können....

D.h. also, der Evolutionsdruck ist vorhanden, produziert die Lebewesen, die ihrerseits so unter Stress stehen, dass sie sich ja vermehren - vermehren - vermehren - verm....! Die Nebenwirkung dieser Ereigniskette ist schlicht und einfach die Tatsache, dass bei jeder Reproduktion einer neuen Generation, die Chance wächst, etwas Neues, noch nie vorher Dagewesenes hervorzubringen! Und diese neue Art verdankt ihre Entstehung lediglich einem FEHLER beim Kopieren bzw. Kombinieren ihrer eigenen Gene (auch Erbanlage genannt) aus den elterlichen Genen. Diesen "Fehler" nennt man auch MUTATION, nach dem lateinischen Begriff für VERÄNDERUNG. Mutationen sind zufällige Abweichungen von den ursprünglichen Strukturen durch physikalisch-chemische, innere oder äußere Einflüsse, die nur nach dem erwähnten Emin-Prinzip ablaufen bzw. "gesteuert" werden. So sind wir Menschen auch durch einen oder mehrere "Kopierfehler" aus den gemeinsamen Vorfahren mit unseren Affenverwandten entstanden - bums aus! D.h., wo kein Kopierfehler war, wuchsen aus den Embryonen (befruchteten Eizellen) glückliche Äffchens heran, und bei fehlerhaften die Urmenschen bis hin zu uns heutigen Durchgeknallten - na dann Prost! Von wegen Adam aus dem Staub der Erde und Eva aus Adam´s Rippe - darüber lachen sogar die abgepackten Hühner in den Gefrierschränken!

Und all das, ob Evolutionsdruck, Kopierfehler oder was auch immer, geschieht stets unter der einzigen Regie der Energieminimierungstendenz (Emin-Prinzip) - denken Sie an unsere schiefe Ebene von früher, simple Regel mit gigantischer Wirkung! So ist nämlich die Natur: für unseren Mini-Verstand mehrere Schuhnummern zu groß! Wenn ich mir manchmal uns Menschen anschaue, denke ich, dass vielleicht die damaligen Kopierfehler doch etwas zu viel auf einmal gewesen sein müssen....

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